Miriam Kabacznik Shulman

Miriam Kabacznik Shulman

Geboren: 26. Juni 1918

Ejszyszki (Eyshishok), Polen

Miriam wuchs in Eyshishok auf, einem kleinen Schtetl, also einer jüdischen Kleinstadt, in Polen. Ihr Vater Joseph starb, als sie noch ein kleines Kind war. Miriams Mutter Sara leitete die erfolgreiche Gerberei der Familie und zog Miriam und ihre vier Geschwister groß. Die Kinder halfen ihr bei der Arbeit im Familienbetrieb. 

1933–1939: In ihren Jugendjahren bildete Miriam im Schtetl einen engen Freundeskreis mit zwölf anderen jungen Frauen. Miriam lud gern Gäste zu Feiern in ihr Zuhause ein. Im September 1939 überfielen das nationalsozialistische Deutschland und die Sowjetunion Polen. Eyshishok wurde Teil Litauens.

1940–1945: Im Juni 1941 marschierte das nationalsozialistische Deutschland im Zuge des Angriffs auf die Sowjetunion in Litauen ein. Deutsche Truppen besetzten Eyshishok. Im September ermordete ein deutsches Einsatzkommando mit Unterstützung litauischer Helfer die jüdische Bevölkerung von Eyshishok, darunter alle zwölf Freundinnen Miriams. Miriam und ihrer Familie gelang es, dem Massaker zu entkommen, indem sie sich bei polnischen Freunden versteckten. In den folgenden drei Jahren zogen Miriam und ihre Familie von Ort zu Ort, um in Sicherheit zu bleiben. Sie versteckten sich bei nichtjüdischen Nachbarn. Miriams Mutter setzte alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ein, um ihrer eigenen Familie und anderen jüdischen Familien zu helfen. Miriam, ihre Mutter und ihre zwei Brüder überlebten den Krieg. Ihre Schwester Golde und deren Kinder wurden ermordet. Im Juli 1944 vertrieb die Sowjetarmee die deutschen Truppen aus der Region und befreite Miriam und ihre Familie.

Nach dem Krieg fühlten sich Miriam und ihre Familie in Eyshishok nicht mehr sicher. Sie verließen die Stadt und gelangten schließlich in ein DP-Camp (Displaced Persons Camp) in Italien. Im August 1945 heiratete Miriam Norman Shulman, einen Holocaustüberlebenden, dessen Frau und Kinder ermordet worden waren. Miriam und Norman wanderten 1948 in die Vereinigten Staaten aus. Sie bekamen zwei Kinder.

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