Flora Mendelovicz

Flora Mendelovicz

Geboren: August 16, 1930

Berchem, Belgien

Floras Eltern, in Rumänien geboren, wanderten Ende der 1920er Jahre nach Antwerpen aus, um dem Antisemitismus zu entkommen. Floras Vater besaß eine Möbelwerkstatt. Antwerpen hatte eine aktive jüdische Gemeinde. Es gab Metzgereien, Bäckereien und Läden, die Lebensmittel verkauften, die nach jüdischen Speisegesetzen zubereitet wurden. Flora war das älteste von drei Mädchen, und die Familie sprach zu Hause jiddisch.

1933-39: Als Flora an ihrem ersten Tag im Kindergarten der öffentlichen Schule ankam war sie schockiert zu erfahren, dass es neben jiddisch noch andere Sprachen gab! Jeden Tag nach dem Unterricht besuchte sie eine jiddische Schule, wo sie über die jüdische Kultur lernte. 1937 verlor ihr Vater seinen Laden. Er fand Arbeit als Schiffsschreiner und begann die Welt zu bereisen. Im November 1938 erfuhren Flora und ihre Familie, dass der Vater in Amerika geblieben war und hoffte, dass sie sich ihm dort anschließen könnten.

1940-44: Nach dem deutschen Einmarsch in Belgien im Mai 1940 mussten die Juden einen gelben Stern tragen. Als Flora im September in die vierte Klasse ging, wurde sie von Kindern geschubst und beleidigt, weil sie Jüdin war. An einem Wintertag durfte sie nicht zur Schule gehen. Flora nahm ihre Schwester und sagte: „Es ist ok. Wenn wir nicht lernen können gehen wir in den Park." Auf einem Schild im Park stand: „Keine Juden oder Hunde erlaubt." Dann gingen sie ins Kino, aber dort war das gleiche Schild angebracht. Flora sagte: „Mach dir keine Sorgen, wir werden ein Eis essen", aber in dem Geschäft stand auf einem Schild, dass Juden nicht bedient werden würden. Flora und ihre Schwester kehrten beschämt nach Hause zurück. 1942 mussten Flora und ihre Schwester einen gelben Stern tragen.

Auf Anraten eines Freundes, der bei der Wehrmacht war, floh die Familie Mendelovicz nach Brüssel. Flora wurde in Klöstern in Belgien versteckt und dank des Einsatzes des Widerstandskämpfers Georges Ranson, des Benediktinermönchs Pater Bruno Reynders und anderer von der Deportation verschont. 1946 wanderten Flora und ihre Familie in die USA aus, wo sie zunächst als Schneiderin arbeitete, dann ihre Schulausbildung abschloss und Lehrerin wurde.

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