Zwi Michaelowsky (Zvi Michaeli)

Geboren: 15. Mai 1925

Ejszyszki (Eyshishok), Polen

Zwi wuchs mit seinen fünf Geschwistern in Eyshishok in Polen auf, einem kleinen Schtetl, also einer jüdischen Kleinstadt. Zwis Vater Mane war Lehrer im Cheder, einer religiösen Schule für jüdische Kinder. Seine Mutter Nechama war Händlerin und verkaufte Lebensmittel und andere Waren an polnische Bauern. Zwi hatte vier Schwestern und einen Bruder.

1933–1939: Zwi besuchte eine Jeschiwa, also eine hebräische Religionsschule. Dort studierte er die Tora, die heilige Schrift des Judentums. Die Religion spielte in Zwis Leben eine wichtige Rolle. Im Herbst 1939, als das NS-Regime und die Sowjetunion in Polen einmarschierten, wurde Eyshishok Teil Litauens. Zwi und seine Familie halfen jüdischen Flüchtlingen, die aus dem von Deutschland besetzten Teil Polens flohen. Von ihnen hörten sie von der Gewalt der Nationalsozialisten gegen Juden. 

1940–1945: Im Juni 1941 marschierte das nationalsozialistische Deutschland im Zuge des Angriffs auf die Sowjetunion in Litauen ein. Deutsche Truppen besetzten Eyshishok. Im September ermordete ein deutsches Einsatzkommando mit Unterstützung litauischer Kollaborateure die jüdische Gemeinde. Während dieser Massenerschießung wurden die Juden, darunter Zwi, sein Vater und sein Bruder, am Rand eines Massengrabes erschossen, sodass sie hineinfielen. Zwi wurde verletzt, doch er überlebte. 

Er konnte aus dem Massengrab entkommen und lief zum Haus einer polnischen Freundin seiner Mutter. Diese pflegte ihn, bis seine Wunde verheilt war. In den folgenden drei Jahren kämpfte Zwi allein ums Überleben. Manchmal suchte er Hilfe bei polnischen Bauern. Zu anderen Zeiten schloss er sich Partisanengruppen im Wald an. Zwi riskierte mehrfach sein Leben, um anderen Menschen in Not zu helfen. Im Juli 1944 vertrieb die Sowjetarmee die deutschen Truppen aus der Region. Zwi kehrte nach Eyshishok zurück, blieb aber nicht lange dort. Er ging in ein DP-Camp (Displaced Persons Camp) in Deutschland. Später wanderte er zunächst nach Israel und danach in die Vereinigten Staaten aus. Zwi heiratete und bekam zwei Töchter.

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