
Die Gaskammern der Nationalsozialisten
Während des Zweiten Weltkriegs setzten die Nationalsozialisten Giftgas ein, um Millionen von Menschen in Gaskammern zu ermorden. Massenvergasungen gehörten zu den zentralen Methoden nationalsozialistischen Massenmords. Auf diese Weise ermordeten sie Juden, Menschen mit Behinderungen, Roma, sowjetische Kriegsgefangene und andere Menschen. In den Gaskammern der Nazis erlitten die Opfer unmenschliche, schreckliche und oft schmerzhafte Todesqualen.
Wichtige Fakten
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Es gibt unbestreitbare Beweise für die Existenz nationalsozialistischer Gaskammern sowie für deren Einsatz zur Ermordung von Millionen Juden und anderen Menschen.
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Das NS-Regime errichtete etwa fünfzig unterschiedliche Gaskammern. Einige befanden sich im Laderaum großer Lastwagen (Gaswagen). Andere wurden in bereits bestehenden Räumen installiert oder in neu errichteten Gebäuden gebaut.
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Zu den Giftgasen, welche die Nationalsozialisten für den Massenmord verwendeten, gehörten chemisch reines Kohlenmonoxid in Gasflaschen, Kohlenmonoxid aus Motorabgasen und Blausäure, die aus Zyklon-B-Pellets freigesetzt wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) setzte das NS-Regime Giftgas ein, um Menschen in Gaskammern in großem Umfang zu ermorden. Zu den Opfern gehörten Juden, Menschen mit Behinderungen, Roma, sowjetische Kriegsgefangene und andere Menschen. Die erste Massenvergasung der Nazis fand im Herbst 1939 statt, kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die letzten Massenvergasungen fanden Ende April 1945 statt, als die totale Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands unmittelbar bevorstand.
In der Populärkultur stehen Gaskammern als Synonym für den Holocaust und den Massenmord an den europäischen Juden. Von den sechs Millionen Juden, die von den Nationalsozialisten und ihren Helfern im Holocaust ermordet wurden, wurden zwischen 2,3 und 3 Millionen mit Giftgas getötet. Die Nazis und ihre Helfer ermordeten jedoch auch Millionen von Juden mit anderen Mitteln, darunter Massenerschießungen und vorsätzliche Entbehrungen.
In den Jahrzehnten nach dem Holocaust verbreiten Personen, die Holocaustleugnung oder -verfälschung betreiben, häufig falsche oder irreführende Behauptungen über die Gaskammern der Nazis. Sie tun dies trotz der Tatsache, dass eine Vielzahl von verifizierten, unbestreitbaren Beweisen für die Existenz, den Zweck und die Verwendung von Gaskammern durch die Nazis vorliegt. Diese Beweise existieren, obwohl die Nationalsozialisten versuchten, ihre Verbrechen zu vertuschen, indem sie Dokumente vernichteten, Gebäude sprengten und die Leichen ihrer Opfer verbrannten. Zu den Quellen für Informationen über die Gaskammern der Nazis gehören unter anderem:
- Dokumente, die von den Nationalsozialisten im Zusammenhang mit dem Bau, der Wartung und der Nutzung der Gaskammern erstellt wurden
- Geheimdienstberichte aus der Kriegszeit, die auf Augenzeugeninformationen über Vergasungen beruhen
- einige erhaltene Gaskammergebäude und -räume
- eidesstattliche Aussagen von Tätern, die Massenvergasungen von Juden und anderen Menschen beschrieben
- Berichte über Gaskammern von Augenzeugen nach dem Krieg
- Zeichnungen und Modelle von Gaskammern, die während oder nach dem Krieg erstellt wurden
- Berichte von Ermittlungsbehörden und Gerichten der Nachkriegszeit
- eine kleine Anzahl von Fotografien aus der Kriegszeit
- archäologische Untersuchungen nach dem Krieg
Zusammengenommen bilden diese Belege einen unbestreitbaren Nachweis für die Existenz und den Zweck der Gaskammern der Nazis.
Was ist eine Gaskammer? Wie haben die Nazis die Gaskammern betrieben?
Eine Gaskammer ist ein abgeschlossener, luftdicht versiegelter Raum, in dem Menschen durch Erstickung infolge der absichtlichen Einwirkung von Giftgas getötet werden.
Die Nationalsozialisten schufen etwa fünfzig verschiedene Gaskammern, um Menschen zu ermorden, vor allem Juden und Menschen mit Behinderungen. Sie installierten Gaskammern im Laderaum großer Lastwagen, in bestehenden Räumen oder Gebäuden, sowie in speziell errichteten Neubauten. Die Nazis versuchten häufig, die Gaskammern zu tarnen, indem sie sie beispielsweise als Duschräume bezeichneten. Manchmal installierten sie sogar Attrappen von Duschköpfen, um die Opfer zu täuschen und die Wahrheit möglichst lange vor ihnen zu verbergen.
In den Gaskammern der Nazis erlitten die Opfer unmenschliche, schreckliche und oft schmerzhafte Todesqualen. In einigen Gaskammern wurden die Opfer mit Blausäuregas aus Zyklon-B-Pellets getötet. In anderen Gaskammern verwendeten die Nationalsozialisten chemisch reines Kohlenmonoxid oder Kohlenmonoxid aus Motorabgasen. Hohe Konzentrationen dieser Gase entzogen den Opfern Sauerstoff, wodurch sie erstickten.
In den meisten Fällen führte das Giftgas innerhalb weniger Minuten zum Tod, in einigen Fällen dauerte der Todeskampf jedoch länger. Dabei handelte es sich nicht um einen schnellen oder schmerzlosen Tod. Berichte von Augenzeugen zeigen, dass die Bedingungen in den Gaskammern extrem grausam und angsteinflößend waren.
Erste nationalsozialistische Experimente mit Giftgas, 1939–1940
Die Nationalsozialisten begannen kurz nach dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 mit Experimenten, Giftgas als Methode des Massenmords einzusetzen. Diese ersten Versuche fanden im Herbst 1939 statt und standen im Zusammenhang mit dem Plan der Nazis, Menschen mit Behinderungen zu ermorden.
Die ersten Experimente wurden im Oktober 1939 vom Chemiker August Becker durchgeführt. Er arbeitete für das Reichssicherheitshauptamt (RSHA). Seine Experimente fanden in einer provisorischen Gaskammer im Fort VII in Posen (Poznań) im deutsch besetzten Polen statt.
Auch der Chemiker Albert Widmann vom Kriminaltechnischen Institut der Sicherheitspolizei (KTI) war im Herbst und Winter 1939–1940 an der Entwicklung von Vergasungsmethoden beteiligt. In diesem Zeitraum führten Widmann, Becker und mehrere andere NS-Funktionäre in Brandenburg an der Havel eine Demonstration durch, bei der reines Kohlenmonoxidgas eingesetzt wurde. Die dabei getestete Methode wurde anschließend verwendet, um Menschen mit Behinderungen im Rahmen des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms zu ermorden.
Sonderkommando Lange und der Gaswagen, 1939–1941
Ab Herbst 1939 und bis 1941 setzte eine spezielle Tötungseinheit mit der Bezeichnung „Sonderkommando Lange“ Giftgas ein, um Menschen mit Behinderungen im Warthegau, einer Region im deutsch besetzten Polen, zu ermorden. Unter der Leitung des SS-Offiziers Herbert Lange reiste diese Einheit von Ort zu Ort und ermordete Patienten aus polnischen psychiatrischen Einrichtungen und anderen Institutionen in einem Gaswagen. Anders als spätere Modelle, die Abgase des Fahrzeugmotors verwendeten, nutzte Langes Gaswagen chemisch reines Kohlenmonoxid aus Gasflaschen, um die Opfer zu töten. Bis Herbst 1941 hatte das Sonderkommando Lange auf diese Weise mehr als 7500 Menschen mit Behinderungen ermordet.
Gaskammern in den T4-Tötungsanstalten
Ab Januar 1940 begannen die nationalsozialistischen Behörden, Menschen mit Behinderungen in Gaskammern in eigens errichteten Tötungsanstalten zu ermorden. Dies war Teil des sogenannten „Euthanasie“-Programms, auch „Aktion T4“ genannt. Bei der Aktion T4 handelte es sich um ein nationalsozialistisches Programm zur Ermordung von Menschen mit Behinderungen, die in Pflege- und Heilanstalten innerhalb des Deutschen Reiches untergebracht waren. Die Verantwortlichen des T4-Programms verwendeten chemisch erzeugtes, reines Kohlenmonoxid, um die Patienten durch Erstickung zu töten.
Die nationalsozialistischen Behörden richteten Gaskammern in sechs T4-Tötungsanstalten ein:
- Grafeneck
- Brandenburg
- Hartheim
- Sonnenstein
- Bernburg
- Hadamar
Das „Euthanasie“-Programm wurde im August 1941 offiziell eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die nationalsozialistischen Behörden etwa 70.000 Menschen mit Behinderungen in den Gaskammern der T4-Tötungsanstalten ermordet. Danach wurden Menschen mit Behinderungen weiterhin getötet, jedoch mit anderen Methoden, darunter Überdosierung von Medikamenten, tödliche Injektionen und systematisches Verhungernlassen. Schließlich bauten die nationalsozialistischen Behörden die Gaskammern in den T4-Tötungsanstalten wieder ab.
Aktion 14f13: Vergasung von Konzentrationslagerhäftlingen in T4-Tötungsanstalten, 1941–1944
Ab Frühjahr 1941 ermordeten die Nationalsozialisten im Rahmen einer geheimen Mordaktion mit dem Namen „Aktion 14f13“ Tausende Häftlinge aus Konzentrationslagern mit Giftgas. Im Rahmen der Aktion 14f13 wählten T4-Ärzte Häftlinge aus, die krank, erschöpft oder arbeitsunfähig waren. Sie wurden anschließend in den Gaskammern der T4-Tötungsanstalten in Hartheim, Bernburg und Sonnenstein ermordet. Außerdem wählten die Täter gezielt bestimmte Gruppen von Häftlingen, darunter Juden, für diese Morde aus. Diese Tötungen begannen im Frühjahr 1941 und dauerten bis Dezember 1944 an.
Neue Experimente mit Giftgas im Jahr 1941
Der Einsatz von Giftgas durch die Nationalsozialisten erreichte seine extremste Form im Völkermord an den europäischen Juden.
Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 begannen die Nationalsozialisten, jüdische Menschen in großer Zahl zu ermorden. Zunächst geschah dies vor allem durch Massenerschießungen. Doch schon bald begannen mehrere nationalsozialistische Behörden damit zu experimentieren, wie sich Giftgas möglichst effizient einsetzen ließ, um Juden und andere Opfer zu töten. Im Spätsommer und Herbst 1941 führten NS-Behörden mehrere Experimente durch, bei denen Menschen mit unterschiedlichen Gasquellen ermordet wurden: Motorabgase von Lastwagen (in Minsk und Mogilew im deutsch besetzten Belarus), Abgase stationärer Motoren (im Distrikt Lublin im Generalgouvernement im deutsch besetzten Polen) und Zyklon B im Konzentrationslager Auschwitz.
Diese Versuche führten schließlich zur Entwicklung von Gaswagen und Tötungszentren, welche die Nationalsozialisten einsetzten, um Millionen Juden und andere Menschen zu ermorden. Ende 1941 setzte das NS-Regime Giftgas bereits systematisch zur Massenvernichtung von Juden ein.
Entwicklung neuer Gaswagen zur Ermordung von Juden und anderen Menschen
Im Jahr 1941 entwickelten und testeten Behörden des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) neue Typen von Gaswagen. Bei diesen Fahrzeugen wurde das Abgas des Motors in einen speziell abgedichteten Laderaum geleitet. NS-Funktionäre testeten die ersten dieser Fahrzeuge im Herbst 1941 im Konzentrationslager Sachsenhausen.
Ab Dezember 1941 begannen Einsatzgruppen sowie andere SS- und Polizeieinheiten, diese RSHA-Gaswagen zu verwenden, um Juden und andere Menschen zu ermorden, darunter Menschen mit Behinderungen und Partisanen (Widerstandskämpfer). Im Frühjahr 1942 ermordeten deutsche SS- und Polizeieinheiten etwa 5000 Juden in einem dieser Gaswagen im deutsch besetzten Serbien. Auch in der Vernichtungsstätte Maly Trostinez bei Minsk im deutsch besetzten Belarus setzten deutsche Behörden Gaswagen ein, um Juden zu ermorden. Darüber hinaus wurden Gaswagen an vielen anderen Orten eingesetzt.
Allerdings funktionierten die Gaswagen nicht immer wie geplant und verursachten zahlreiche praktische und logistische Probleme. Deshalb führten deutsche Mordkommandos auch Massenerschießungen durch.
Gaskammern in Tötungszentren (Vernichtungslager)
Im Rahmen der sogenannten „Endlösung der Judenfrage“ – des nationalsozialistischen Plans zur Ermordung der europäischen Juden – errichteten die nationalsozialistischen Behörden Ende 1941 und 1942 spezielle Tötungszentren. Dabei handelte es sich um Lager, in denen Juden systematisch in Gaskammern ermordet wurden. Diese Tötungszentren werden auch als Vernichtungslager oder Todeslager bezeichnet.
Die Nationalsozialisten errichteten fünf zentrale Vernichtungslager, um Juden zu ermorden:
- Chełmno (Kulmhof)
- Belzec
- Sobibor
- Treblinka
- Auschwitz-Birkenau
Von Dezember 1941 bis Ende 1944 fanden in diesen Lagern Massenvergasungen in einem erschreckenden Ausmaß und Tempo statt. Die erste Massenvergasung von Juden in einem nationalsozialistischen Vernichtungslager fand am 8. Dezember 1941 in Chełmno (Kulmhof) statt. Innerhalb eines Jahres ermordeten nationalsozialistische Behörden mehr als 1,3 Millionen jüdische Menschen in Gaskammern. Dieses Tempo setzte sich 1943 und in der ersten Hälfte des Jahres 1944 fort. Die letzten Massenvergasungen in einem Vernichtungslager fanden im Oktober/November 1944 in Auschwitz-Birkenau statt. In den Vernichtungslagern kamen darüber hinaus eine unbekannte Anzahl von Juden durch Hunger, Krankheiten, Folter und Erschießungen zu Tode.
Gaskammern in Konzentrationslagern
Die Ermordung mit Giftgas wurde bis in die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs auch in Konzentrationslagern durchgeführt.
Gaskammern gab es unter anderem in den Konzentrationslagern Lublin/Majdanek, Mauthausen, Ravensbrück, Sachsenhausen, Neuengamme und Stutthof. In den meisten Fällen wurden Häftlinge in Konzentrationslagern mit Zyklon B ermordet. Die Vergasungen in Konzentrationslagern fanden jedoch in deutlich kleinerem Umfang statt als in den Vernichtungslagern. In den meisten Fällen wurden diese Gaskammern genutzt, um kranke oder geschwächte Häftlinge zu töten. Die Zahl der Opfer lag in diesen Kammern meist im Bereich von Hunderten oder Tausenden. Im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof richteten die Nazi-Behörden eine Gaskammer für medizinische und wissenschaftliche Experimente ein. Auch im Konzentrationslager Dachau gab es eine Gaskammer. Historiker gehen jedoch davon aus, dass sie nicht zur Ermordung von Menschen eingesetzt wurde.
Versuche der Nationalsozialisten, Beweise für die Gaskammern zu zerstören
In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs zerstörten oder demontierten die nationalsozialistischen Behörden die meisten der von ihnen errichteten Gaskammern. Dies geschah im Rahmen ihrer Bemühungen, Beweise für ihre Verbrechen zu vernichten. Sie sprengten oder rissen viele Gaskammern in den Vernichtungslagern ab und machten die Gebäude häufig vollständig dem Erdboden gleich.
Den Nationalsozialisten gelang es jedoch nicht, alle Gaskammern zu zerstören. Als die Sowjetarmee im Juli 1944 das Konzentrationslager Lublin/Majdanek befreite, entdeckte sie dort ein nahezu unversehrtes Gaskammergebäude. Filmaufnahmen der sowjetischen Befreiung des Lagers Majdanek lieferten visuelle Beweise für die Existenz der Gaskammern.
Anzahl der Opfer durch die Gaskammern
Insgesamt ermordeten die Nationalsozialisten Millionen Menschen in Gaskammern. Zu den Opfern gehörten:
- Juden: Von den sechs Millionen Juden, die von den Nationalsozialisten und ihren Helfern im Holocaust ermordet wurden, wurden zwischen 2,3 und 3 Millionen mit Giftgas getötet.
- Menschen mit Behinderungen: Von den 250.000 bis 300.000 Menschen mit Behinderungen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden, starben etwa 100.000 durch Giftgas. Dazu gehören etwa 70.000 Menschen, die in den Gaskammern der sechs „Euthanasie“-T4-Tötungsanstalten ermordet wurden, etwa 7500 Menschen, die vom Sonderkommando Lange getötet wurden, sowie Tausende weitere Opfer, die in Gaswagen im deutsch besetzten Osteuropa ermordet wurden.
- Roma (abwertend „Zigeuner“ genannt): Die Nationalsozialisten ermordeten Tausende Roma in Gaskammern von Vernichtungslagern und in Gaswagen. Die genaue Zahl der Roma, die durch Giftgas ermordet wurden, ist nicht bekannt.
- Sowjetische Kriegsgefangene: Die Nationalsozialisten ermordeten Tausende sowjetische Kriegsgefangene in Gaskammern in Vernichtungs- und Konzentrationslagern. Auch hier ist die genaue Zahl unbekannt. Die meisten der 3,3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, die von den Nationalsozialisten getötet wurden, starben jedoch durch andere Methoden, darunter Erschießungen und vorsätzliche Entbehrung.
- Weitere Opfer: Die nationalsozialistischen Behörden ermordeten außerdem eine unbekannte Zahl von ethnischen Polen (insbesondere „Angehörige der polnischen Intelligenz“), Konzentrationslagerhäftlingen, Partisanen (Widerstandskämpfern) sowie anderen Menschen in Gaskammern.
Häufig gestellte Fragen zu den Gaskammern der Nazis
Welche Gase verwendeten die Nationalsozialisten zur Ermordung von Menschen?
Die Nationalsozialisten verwendeten verschiedene Arten von Gas, um Menschen zu ermorden. Dazu gehörten:
- chemisch reines Kohlenmonoxid
- Kohlenmonoxid aus Motorabgasen (z. B. aus Lastwagen oder stationären Motoren)
- Blausäuregas, das aus Zyklon-B-Pellets freigesetzt wurde
Was ist Zyklon B?
Zyklon B wurde von den Nationalsozialisten verwendet, um Juden in den Gaskammern des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zu ermorden. Auch in anderen Lagern, darunter im Konzentrationslager Lublin/Majdanek, wurde Zyklon B eingesetzt, um Häftlinge zu töten.
Zyklon B war ursprünglich ein Pestizid und Desinfektionsmittel, das von der Firma Degesch (Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung mbH) vertrieben wurde, einer Tochtergesellschaft des deutschen Chemieunternehmens Degussa. Zyklon B bestand aus Pellets, die mit Blausäure (Cyanwasserstoff) – einem Giftgas – getränkt waren. Wenn diese Pellets mit Luft in Kontakt kamen, wurde das Blausäuregas freigesetzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Zyklon B häufig zur Begasung von Gebäuden und Lagerräumen zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Außerdem war es ein wirksames Desinfektionsmittel. Die Nationalsozialisten nutzten Zyklon B sowohl zur Ermordung von Menschen als auch für diese Zwecke.
Warum setzten die Nazis Giftgas zur Ermordung von Juden ein?
Das NS-Regime sah mehrere vermeintliche Vorteile gegenüber Massenerschießungen. Vergasungen waren weniger öffentlich sichtbar und daher leichter geheim zu halten. Sie behaupteten, diese Methode sei für die Täter „humaner“. Außerdem hielten sie Giftgas für weniger „ressourcenintensiv“. Die Vergasung erforderte keine Munition, die für den Krieg benötigt wurde. Trotzdem verursachten die Massenvergasungen auch logistische Probleme für die Nazis, insbesondere in den besetzten Gebieten der Sowjetunion. Deshalb ermordeten die Nationalsozialisten Juden sowohl durch Massenerschießungen als auch durch Vergasung in Gaskammern.
Täuschten die Nazis ihre Opfer, indem sie Gaskammern als Duschen tarnten?
Ja. Viele – wenn auch nicht alle – Gaskammern wurden so gestaltet, dass sie Duschräumen ähnelten. In einigen Fällen waren sogar Attrappen von Duschköpfen installiert. Die Gebäude wurden von den Nazis manchmal als Badehäuser oder Duschen beschriftet. Dies sollte die Opfer über ihr Schicksal täuschen.
Wie viele Gaskammern haben die Nazis errichtet?
Das nationalsozialistische Deutschland errichtete etwa fünfzig unterschiedliche Gaskammern. Diese Zahl umfasst stationäre Gaskammern, d. h. Gaskammern, die in Räumen oder Gebäuden eingerichtet wurden, sowie mobile Gaskammern, die im Laderaum von Gaswagen untergebracht waren. Nicht alle Gaskammern waren gleichzeitig in Betrieb. Einige dienten auch als Testanlagen oder improvisierte Tötungsorte, die ein- oder zweimal verwendet wurden.
Gab es in allen Lagern der Nazis Gaskammern?
Nein. Gaskammern gab es nicht in allen Lagern der Nationalsozialisten. Das nationalsozialistische Deutschland errichtete Zehntausende Lager. Die meisten von ihnen verfügten nicht über Gaskammern.
Gab es die Gaskammern der Nazis wirklich?
Ja. Die Gaskammern der Nazis gab es wirklich. In den Jahrzehnten nach dem Holocaust verbreiten Personen, die Holocaustleugnung oder -verfälschung betreiben, häufig irreführende Behauptungen oder offene Lügen, um Zweifel an den Verbrechen der Nazis zu säen. Tatsächlich existiert jedoch eine große Anzahl überprüfter und eindeutiger Beweise für die Existenz der Gaskammern. Zu diesen Belegen gehören erhaltene Gaskammern in ehemaligen Lagern der Nazis, Dokumente der Nationalsozialisten, Geheimdienstberichte aus der Kriegszeit, schriftliche und mündliche Aussagen von Tätern, Zeugen und Überlebenden nach dem Krieg, Berichte von Ermittlungen und Gerichtsverfahren nach Kriegsende, eine kleine Anzahl von Fotografien aus der Kriegszeit und archäologische Untersuchungen aus der Nachkriegszeit. Zusammengenommen bilden diese Belege einen unbestreitbaren Nachweis für die Existenz und den Zweck der Gaskammern der Nazis.
Fußnoten
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Footnote reference1.
In dieser Statistik werden Gaskammergebäude, die mehrere kleinere Gaskammerräume umfassten, als eine Gaskammer gezählt. Im Vernichtungslager Treblinka beispielsweise verfügte das zweite Gaskammergebäude über zehn Gaskammerräume. Hier wird dies als eine Gaskammer gezählt. Zählt man jeden Gaskammerraum einzeln, beläuft sich die Gesamtzahl der nationalsozialistischen Gaskammern auf mehr als 80.
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Footnote reference2.
In dieser Statistik werden Gaskammergebäude, die mehrere kleinere Gaskammerräume umfassten, als eine Gaskammer gezählt. Im Vernichtungslager Treblinka beispielsweise verfügte das zweite Gaskammergebäude über zehn Gaskammerräume. Hier wird dies als eine Gaskammer gezählt. Zählt man jeden Gaskammerraum einzeln, beläuft sich die Gesamtzahl der nationalsozialistischen Gaskammern auf mehr als 80.