Edith Riemer
Geboren: 22. April 1930
Berlin, Deutschland
Hela Pinsker und Elimelech Riemer heirateten im Jahr 1928. Zwei Jahre später wurde Edith, das einzige Kind des jüdischen Paares, geboren. Die Riemers wohnten in einer komfortablen Wohnung in Berlin, in einem Gebäude, in dem auch die Büros der Kommunistischen Partei untergebracht waren.
1933-1939: Nachdem Hitler die Kommunistische Partei verboten hatte, wurden die Büros in Ediths Gebäude geschlossen. Als später in diese Büros eingebrochen wurde, machte die Gestapo „die Juden“ dafür verantwortlich. Obwohl Ediths Familie nichts mit dem Einbruch zu tun hatte, kündigte die Gestapo an, dass die Familie bestraft werden würde, wenn der Schuldige nicht innerhalb von 72 Stunden gefunden würde. Der Vater schickte Edith und ihre Mutter unverzüglich nach Polen, wo die Großeltern mütterlicherseits lebten. Sie verließen Berlin lediglich mit etwas Bargeld, der Vater stieß später zu ihnen.
1940-1945: 1942 wurde Ediths Mutter in Polen von den Deutschen getötet. Edith wurde in das Ghetto Tarnow geschmuggelt, wo sie bei einer Tante unterkam. Von Tarnow aus wurde sie nach Auschwitz deportiert, wo sie zur Vergasung eingeteilt wurde. Der Eingang zu den Gaskammern war mit Doppeltüren versehen. Als die Menschen hineingeschoben wurden, versteckte sich Edith zusammengekauert zwischen den beiden Türen. Der Deutsche, der für das Schließen der Außentür zuständig war, fand sie und schlug sie. Da die innere Tür der Gaskammer jedoch bereits verschlossen war, war es zu spät, sie hineinzubringen.
Edith wurde zur Zwangsarbeit eingeteilt. 1945 wurde sie im Lager Bergen-Belsen befreit. Im Jahr darauf wanderte sie in das Mandatsgebiet Palästina aus, wo sie später wieder mit ihrem Vater zusammengeführt wurde. Edith heiratete später und hatte Kinder und Enkelkinder.