Gerhard (Gad) Beck

Gerhard (Gad) Beck

Geboren: 30. Juni 1923

Berlin, Deutschland

Gerhard (Gad) Beck wurde 1923 in Berlin geboren. Er hatte eine Zwillingsschwester, Margot (Miriam). Der Vater der beiden, Heinrich, war ein jüdischer Geschäftsmann, der von Österreich nach Berlin gezogen war. Ihre Mutter Hedwig war für die Heirat mit dem Vater zum Judentum konvertiert. Die Familie feierte sowohl christliche als auch jüdische Feiertage. Als Gad und Miriam geboren wurden, wohnten die Becks im Scheunenviertel, einem Armenviertel im Zentrum Berlins, in dem viele jüdische Einwanderer aus Osteuropa lebten. 1929 zog die Familie in eine größere Wohnung in einem Vorort Berlins.

1933-1939: Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, war Gad neun Jahre alt. Als eines der wenigen jüdischen Kinder an seiner Schule wurde er Zielscheibe antisemitischer Diskriminierung. Gad erinnerte sich, dass ein Sitznachbar den Klassenlehrer fragte, ob er sich neben ein anderes Kind setzen könne, da Gad nach „schwitzigen Judenfüßen“ stinken würde. Aufgrund der Anfeindungen, denen er in seiner Schule ausgesetzt war, meldeten Gads Eltern ihn in einer jüdischen Schule an. Als er zwölf Jahre alt war, konnten sich seine Eltern das Schulgeld nicht mehr leisten und mussten ihn von der Schule nehmen. Gad fand Arbeit als Ladengehilfe. Im Jahr 1938 mussten die Becks ihre schöne, große Wohnung aufgeben und in ihr ehemaliges Viertel zurückkehren. 

1940-1944: 1940 plante Gad, in das britisch kontrollierte Mandatsgebiet Palästina auszuwandern. Aufgrund einer Verletzung war er jedoch nicht reisefähig. Etwa zu dieser Zeit trat er einer jüdischen Jugendgruppe bei, in der er Manfred Lewin kennenlernte. Die beiden gingen eine Beziehung miteinander ein. Im November 1942 erhielten Manfred und seine Familie den Befehl, sich in einem Sammellager einzufinden. Die Lewins wurden in die Tötungsanstalt Auschwitz-Birkenau deportiert. Manfred überlebte den Holocaust nicht. 

Da Gads Mutter als „arisch“ eingestuft worden war, genossen Gad, Miriam und ihr Vater einen gewissen Schutz vor der antijüdischen Politik der Nazis. So wurden sie nicht in den Osten deportiert, wie Manfreds Familie und die meisten anderen deutschen Juden. Doch im Februar 1943 wurden Gad, Miriam und ihr Vater verhaftet. Sie wurden zusammen mit anderen Juden mit arischen Verwandten inhaftiert und im jüdischen Gemeindezentrum in der Rosenstraße festgehalten. Gads Mutter schloss sich den „arischen“ Frauen an, die für die sichere Rückkehr ihrer Angehörigen protestierten. Nach etwa einer Woche wurden die Becks freigelassen.  

Gad war im zionistischen Widerstand im Untergrund aktiv und half Juden bei der Flucht in die Schweiz. Anfang 1945 wurden er und einige seiner Freunde aus dem Untergrund bei der Gestapo denunziert und verhaftet. Bis zur Eroberung der Stadt durch die Rote Armee im April 1945 blieb er in Berlin inhaftiert.

Auch Gads Eltern und seine Schwester überlebten den Holocaust in Berlin. 1947 wanderte Gad in das Mandatsgebiet Palästina aus. In den späten 1970er Jahren kehrte er nach Deutschland zurück. Er war einer der ersten bekennenden homosexuellen Holocaust-Überlebenden, der über seine Erfahrungen sprach. Seine Memoiren sind auf Englisch unter dem Titel An Underground Life: Memoirs of a Gay Jew in Nazi Berlin erschienen. Gad lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2012 in Berlin. Er wurde 88 Jahre alt.

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